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Die drei Weisen am Hopfensee
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 "Evangelische Streifzüge" | CoBi-Selbstmachbibel | Geistl. Begleitung | Sonntagsschutz |

Das (Geschichten- und Ausflugs-) Buch über unsere Dekanatsgemeinden.

Goggeles- und Pfennigkirchen, afrikanische Kapellen und preisgekrönte Architekturkonzepte. Die Kirchen und Gemeinden des Dekanatsbezirks Kempten im Allgäu, einem der flächengrößten der Evang.-Luth. Kirche Bayerns, sind immer für eine Überraschung gut. Streifen Sie mit durch evangelische Geschichten und Kirchen zwischen Bodensee und Königswinkel. Ein Buch zum Schmökern für Alt und Jung mit vielen Bildern, Ausflugstipps, Kontaktadressen, sowie Öffnungs- und Gottesdienstzeiten zu jeder Kirche.

Evangelische Streifzüge zwischen Bodensee und Königswinkel
- Geschichten aus dem Dekanat Kempten -


Herausgegeben vom Evang.-Luth. Dekanat Kempten/Allgäu

Texte von Jutta Martin
und Monika Rohlmann (Region Kempten)

Preis 12,80 Euro / ISBN 978-3-88006-287-0

Sie bekommen es entweder direkt beim Ev.-Luth. Dekanat Kempten (St. Mangplatz 2, 87435 Kempten) und in den evangelischen Pfarrämtern 
oder beim Buchhandel und in den Servicecentern der Allgäuer Zeitung.

 

Inhaltsverzeichnis und Leseproben

 

 

INHALT:

Region Lindau und Westallgäu

Literatur – Gut: St. Johannes, Wasserburg ....................................   6
Die Riesin unterm Lindenblatt: St. Stephan, Lindau ....................... 13
Das Herz ist das, was zählt: Christuskirche, Aeschach ................... 21
Aus eins und eins mach eins: St. Verena, Reutin
                                               Versöhnerkirche, Zech ....................  28
Im Zeichen der Muschel: Auferstehungskirche, Scheidegg
                                       Kreuzkirche, Weiler .................................. 36
Die Arche auf dem Berg: Johanneskirche, Lindenberg .................... 43


Region Oberallgäu

Wo andere Urlaub machen: Heilig-Geist-Kirche, Oberstaufen ......... 50
Eine Mutter für das Oberallgäu: Erlöserkirche, Immenstadt
                                                   Stephanuskirche, Blaichach .......... 56
Ins Herz geschlossen: Täufer-Johannis-Kirche, Sonthofen .............. 66
Am Nordpol: Dreifaltigkeitskirche, Bad Hindelang ............................ 73
Nenn´ sie nicht Fischener: Zum Guten Hirten, Fischen .................... 79
Don Quichotte und Damen: Christuskirche, Oberstdorf ................... 85
Höher geht´s nicht: Kreuzkirche, Hirschegg .................................... 92


Region Kempten

Die evangelische Urzelle: St.-Mangkirche ........................................100
Ganz schön ökumenisch: Christuskirche .........................................109
Auf dem Weg für die Gemeinschaft: Matthäuskirche ...................... 116
Kirche als gelebter Alltag: Markuskirche ..........................................123
Am Anfang war der Bibelkreis: Johanneskirche ...............................129
Energiereich: Auferstehungskirche, Waltenhofen .......................... 136


Region Ostallgäu

Die Goggeleskirche: Elisabethenkirche, Obergünzburg .................. 144
Und pflanze ein Apfelbäumchen: Christuskirche, Neugablonz ........ 151
„Pfaff, du lügst“: Dreifaltigkeitskirche, Kaufbeuren ......................... 158
Ein Campanile für das Ostallgäu: Johanneskirche, Marktoberdorf ...167
Die Pfennigkirche: Himmelfahrtskirche, Lechbruck ........................... 173
Die Sommerfrischler kommen: Auferstehungskirche, Pfronten ........ 180
Ganz nah beim „Kini“: Christuskirche, Füssen ................................. 187

 

 

 

LESEPROBEN

Literatur – Gut
St. Johannes, Wasserburg

„Nicht einmal einen Gruß erwartete man aus diesem Mund. Niemand, weder der Pfarrer, aber sie war wahrscheinlich ohnehin evangelisch, noch der Bürgermeister, konnten behaupten, von ihr je wahrgenommen oder gar gegrüßt worden zu sein.“ So schreibt Martin Walser auf den ersten Seiten seines autobiografischen Romans „Ein springender Brunnen“ über die Zeitungsausträgerin Frau Fürst aus Wasserburg. Ob sie tatsächlich evangelisch gewesen ist, bleibt offen. Die beiläufige Bemerkung wirft aber ein bezeichnendes Licht auf das Ansehen der „Evangelischen“ vor dem Zweiten Weltkrieg. „Ohnehin evangelisch“ entschuldigt eigentümliches Verhalten zwar nicht, macht es aber irgendwie plausibel. Sie waren eben anders diese Evangelischen. Eine Minderheit von Zugereisten, die dank Martin Walser ein Plätzchen in der deutschen Literatur gefunden haben. ...

 

Am Nordpol
Dreifaltigkeitskirche, Bad Hindelang

Wer darauf wettet, dass es am Nordpol keine Kirche gibt, würde verlieren, denn die Dreifaltigkeitskirche von Bad Hindelang liegt sehr wohl „Am Nordpol“. Das Ortsgebiet entlang der Ostrach verdankt seinen Namen feuchtkühler Luft, die der Fluss aus den Bergen mitbringt und die das Thermometer stets etwas niedriger hält als in der Umgebung. Ist diese fröstelige Stelle der geeignete Platz für eine Kirche? Nun, zunächst dachten sich die Hindelanger, dies sei genau der richtige Platz, um einen Pestfriedhof anzulegen. Zwischen 1628 und 1635 hatte die Seuche dreimal ihr Tal heimgesucht und gut 1000 Menschen dahingerafft. Das dürfte fast die Hälfte der damaligen Bevölkerung gewesen sein. Die massenhaften Toten mussten schnell unter die Erde. Deshalb wurden sie eilig ohne Sarg und Kreuz auf dem heute ummauerten Kirchengelände verscharrt. Und als ob dies nicht schon genug Elend gewesen wäre, war Hindelang auch noch mit einem besonders pietätlosen Totengräber geschlagen. Der „Totengriebel“ Stoffel (Christoph) Bihler wurde 1636 mit Gefängnis und 100 Gulden Geldstrafe belegt, weil er unter anderem Tote an den Füßen durch die Gassen geschleift hatte und einen Musikanten dazu lustige Weisen spielen ließ. ...

 

Ausflugstipp für Christuskirche, Lindau-Aeschach:

Rundweg Fünf Hügel
(7 km, ca. 2 Std. 30 Min., 162 Höhenmeter)
Von Aeschach aus Richtung Nonnenhorn. Hinter Enzisweiler rechts abbiegen nach Bodolz. Der Rundweg beginnt am Rathaus. Nach der Bahnunterführung rechts Richtung Hoyerberg mit seinem großartigen Seeblick. Von hier aus über Hochbuch zum Entenberg. Über Schönau und Taubenberg wieder zurück nach Bodolz. 


Ausflugstipp für Auferstehungskirche, Pfronten:

Ge(h)zeiten – Besinnungsweg
(4,5 km, 1 Std. reine Gehzeit)
Der Nesselwanger Besinnungsweg beginnt am Parkplatz Rindegger Tanne östlich Rindegg. Die Wanderstrecke ist gut ausgeschildert. Sechs anspruchsvoll gestaltete Stationen laden zum Nachdenken und Entspannen ein. An der ersten Station kann ein Begleitheft mitgenommen werden. Es sind auch geführte Spaziergänge möglich. Informationen unter: http://www.nesselwang.de


Die evangelische Urzelle
St.-Mangkirche

Von einem Ausflugspunkt der Ludwigshöhe aus verschmelzen die beiden dominanten Kirchen der Stadt Kempten miteinander: der schlichte, gotische, 66 m hohe Spitz der evangelisch-lutherischen St. Mangkirche in der ehemaligen Reichsstadt und die Doppelturmfassade mit Kuppel der katholischen Basilika St. Lorenz in der einstigen Stiftsstadt. Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte haben die beiden sowohl Kämpfe als auch Gemeinsamkeiten ausgetragen. Zur leidvollen Geschichte der St. Mangkirche gehörte immer wieder der Streit der selbstbewussten Bürgern der späteren Reichsstadt mit den Klosterherren der Stiftsstadt. So wirkte die Stadtmauer wie eine Trennung. Das änderte sich erst ab 1803, als die Doppelstadt Kempten bayerisch wurde. Heute hat sich die alte Feindschaft in ein erfolgreiches, harmonisches ökumenisches Miteinander verwandelt. ...

 

Die Goggeleskirche
Elisabethenkirche, Obergünzburg

Wer heute unter Vogelzwitschern von Obergünzburg nach Ronsberg durch das idyllische Günztal wandert, vermag sich kaum vorzustellen, dass hier einst 1525 ein wilder Obergünzburger Bauernhaufen an der Allgäuer Reformationsgeschichte mitschrieb. Zugegeben, Absicht war das nicht und sie rasten auch nicht halb so wild wie am Ende ihre herrschaftlichen Widersacher. Die abgabengeplagten Bauern wollten eigentlich nur eine neue Kriegssteuer ihres Stiftkemptener Fürstabts Sebastian von Breitenstein wieder loswerden und verhandelten mit ihm darüber noch im Januar 1525 friedlich – aber erfolglos.

Falls sich der Fürstabt über einen Sieg gefreut hatte, war das etwas voreilig, denn in den darauf folgenden Wochen wendete sich das Blatt. Was mit einzelnen Unruheherden in der Schweiz, Süddeutschland, Sachsen und Thüringen begonnen hatte, wuchs im Lauf des Jahres 1525 zum sogenannten Deutschen Bauernkrieg heran, wobei der Name irreführend ist. Es haben sich keineswegs nur Bauern gegen die Feudalherren zusammengeschlossen, sondern auch Bürger, einfache Kleriker, Landsknechte und niederer Adel. Gleichzeitig schlugen immer mehr Landgeistliche wie die Obergünzburger Seelsorger Hans Hafenmaier und Veit Riedle neue Töne an. Sie predigten nach reformatorischen Vorbildern und wurden ausgesprochen gern gehört. ...

 

 
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