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Heimatmuseum Obergünzburg/Ostallgäu
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"Vertreibung aus dem Paradies" (Fenster der Elisabethenkirche Obergünzburg)
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Ausstellung:
"Helmut Ammann - Bildhauer, Maler, Graphiker"
27. Oktober 2007 bis 30. März 2008
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Anlässlich des 100. Geburtstages des Bildhauers, Malers und Graphikers Helmut Ammann erinnert eine Sonderausstellung im Obergünzburger Heimatmuseum an den vielseitigen Künstler, der auch hier seine Spuren hinterlassen hat.
1937 gestaltete er für die evangelische Elisabethenkirche vier Fenster und zwei weitere für den Erweiterungsbau von 1955. 1993 schuf er für den Vorraum die Bronzeskulptur "Jesus und die Samariterin am Jakobsbrunnen". Jetzt sind bis Ende März ´08 weitere seiner Werke im Heimatmuseum zu sehen. |
 Helmut Ammann, Foto privat
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 Das Heimatmuseum finden Sie direkt an der Hauptstrasse gegenüber der Pfarrkirche St. Martin.
Obergünzburg liegt an der Staatsstrasse zwischen Kempten und Kaufbeuren.
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Adresse: Unterer Markt 2 87634 Obergünzburg Tel.: 08372-8239 oder 2554 Fax: 08372-922496 E-Mail: museum@oberguenzburg.de
Öffnungszeiten: Mittwoch 10 - 12 Uhr Samstag/Sonntag 14 - 17 Uhr
Führungen werden nach Absprache auch zu anderen Zeiten angeboten.
Eintritt: 2 Euro; 1 Euro ermäßigt für Behinderte, Rentner, Schüler, Studenten und Gäste mit Gästekarte. |
Schaffen
Sechzig Jahre arbeitete Helmut Ammann in seinem Atelier in München und verwendete dabei gleichermaßen Holz, Stein, Bronze, Glas oder Eisen. Er schuf große Kirchenarbeiten in Hamburg, Bremen und Bielefeld, in München, Frankfurt und Meisenheim, Lambrecht in der Pfalz, in Weilheim und Bad Wörishofen.
Als Porträtist bekannter Persönlichkeiten wie den Musiker Hans Knappertsbusch (Münchner Kammerspiele), Wieland Wagner (Bayreuth) oder die Wissenschaftler Otto Hahn und Werner Heisenberg schuf er eindringliche Bronzearbeiten. Im öffentlichen Raum finden sich überdies Werke wie „Die Verstrickung“ (Europäisches Patentamt, München).
Neben dem bildnerischen entstand ein literarisches Werk in eindringlicher, poetischer und philosophischer Sprache. Helmut Ammann führte über 75 Jahre Tagebuch und gab sich oft jeden Tag Rechenschaft über seine Arbeiten. Eine Auswahl liegt in bisher zwei Bänden vor.
Biographisches
Helmut Ammann wurde am 21. Oktober 1907 als ältestes von fünf Kindern in Shanghai geboren. Dreieinhalb Jahre später musste die Familie nach Berlin zurückkehren, weil der kleine Helmut schwer erkrankt war. Die Mutter Margarete stammte aus einer Rostocker Professorenfamilie und Vater Waldemar aus einer alteingesessenen Schweizer Familie. Er ließ sich als praktischer Arzt in Berlin nieder. Bald zeigte sich, dass Helmut Ammann in nahezu jeder Hinsicht hochtalentiert war: bildnerisch, literarisch, musikalisch und schauspielerisch. Für welchen Beruf sollte er sich da entscheiden? In der 11. Klasse brach Ammann das Humanistische Gymnasium ab und beschloss, Schauspieler zu werden.
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Nach einer Weile und einigem Widerstand der Familie entschied er sich dann aber für die Bildhauerei. Im Alter von Zwanzig zog er mit einem Freund nach Frankreich. Er lebte einige Monate in Paris und in der Bretagne und ging bei den Bildhauern Bourdelle und Despian in die Schule. Als er Ende 1927 nach Berlin zurückkehrte, erkrankte er schwer, und musste die künstlerischen Anfänge für ein ganzes Jahr unterbrechen. Nach seiner Genesung setzte er die Ausbildung zum Bildhauer fort, zunächst an der Berliner Akademie der Schönen Künste und zwei Jahre später an der Münchener Akademie. In München begann er zudem das Studium der Graphik. Im Jahre 1935 ließ sich Ammann in München als Bildhauer, Maler und Graphiker nieder. Nun heiratete er seine Lebenspartnerin Carmen Ines, eine sehr begabte und sensible Frau, die er zeitlebens verehrte.
In finanzieller und politischer Hinsicht folgte für Helmut Ammann eine sehr schwierige Zeit. Seine Arbeiten (wie etwa ein Holzrelief für ein Polizeiheim am Spitzingsee) wurden als „entartete Kunst“ verfemt. Die Aufträge blieben aus oder mussten mühsam erbeten werden. Das Ehepaar kam mit der Wider-standsbewegung „Weiße Rose“ in Berührung. Die Schweizer Staatsbürgerschaft bewahrte Ammann davor, Kriegsdienst leisten zu müssen. Die Tagebuchaufzeichnungen seiner Frau Carmen sagen es auf feine und doch deutliche Weise: Es war - wie für viele in Deutschland - auch für diese Familie eine Zeit der Not und des Schreckens. Dennoch war es für Helmut Ammann aber auch eine Zeit stillen Schaffens, der Zuversicht, ja selbst des Humors. Die furchtbaren Ereignisse des Krieges, die Bilder der zerstörten Städte und das Ende der Schreckensherrschaft beeinflussten den Künstler und sensiblen Menschen. So entstanden nach dem Krieg eine ganze Reihe von Arbeiten, die aufrütteln und zur Umkehr anregen wollten. |
 "Die zerbrochene Maske", Bronze
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Nach 1945 wurde der Künstler gebraucht und es begann eine Zeit des rastlosen Schaffens im städtischen, im staatlichen und insbesondere im kirchlichen Bereich. Bald war Ammann an unzähligen Orte der alten Bundesrepublik bekannt. Und immer wieder wird in seinen Arbeiten die Absicht spürbar, zu erzählen, insbesondere mit dem Mittel der Kirchenfenster. Im Alter führten sein Gesundheitszustand und die körperliche Gebrechlichkeit mehr und mehr dazu, dass der Mensch Helmut Ammann Fürsorge, Hilfe und Unterstützung erfuhr und annahm, insbesondere durch seine Lebenspartnerin Gisela Kraus van Erckelens, der Witwe eines Universitätsprofessors in Pöcking, zu der er nach dem Tod seiner Frau Carmen im Jahre 1976 gezogen war. Mit ihr erlebte er noch einmal eine neue Schaffensperiode. Er brach noch einmal auf - auch zu Reisen in die große weite Welt. Aus dieser Zeit stammt eines der schönsten Fotos, die wir von Helmut Ammann kennen: dem Menschen mit dem eleganten Hut, dem schwungvoll umgeworfenen Schal und den ins Weite blickenden Augen. Am 28. Januar 2001 starb Ammann mit über 93 Jahren im Frieden, noch wachen Geistes, aber von körperlicher Schwäche und Schmerzen gezeichnet. |
 "Noah", Bronzetafel
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